Finden Sie Ihre Schme rzdiagnose doch selbst

LWS-SYNDROM
weitere Suchbegriffe: Syndrom der Lendenwirbelsäule, Syndrom der LWS

Das LWS-Syndrom (Syndrom der Lendenwirbelsäule) ist ein Sammelbegriff für Rückenschmerzen bzw. Kreuzschmerzen, die aufgrund degenerativer (= abnutzungsbedingter) Wirbelsäulenveränderungen oder statisch-muskulär bedingter Störungen von der Lendenwirbelsäule ausgehen oder den Lendenwirbelsäule nbereich betreffen.

Etwa 30-40% unserer Patienten klagen über Schm erzen, die von der Wirbelsäule ausgehen oder dort empfunden werden. Die Wirbelsäule als statisches Achsenorgan ist in dieser Funktion großen Belastungen ausgesetzt, entsprechend häufig treten Verschleißerscheinungen auf, die über die physiologische Degeneration (= normale Abnützung) hinausgehen und deshalb oft Beschwerden verursachen. Es ist jedoch stets zu bedenken, daß auch höhergradige Verschleißprozesse nicht unbedingt mit Schm erzen einhergehen müssen, auch gibt es keine statistische Korrelation zwischen dem Ausmaß der abnutzungsbedingten Veränderungen und der geklagten Schme rz intensität. Das Vorhandensein abnutzungsbedingter Veränderungen, die theoretisch die geklagten Beschwerden verursachen können, darf deshalb nicht dazu verleiten, eine weitergehende Diagnostik (= Maßnahmen zur Erkennung eines Krankheitsgeschehens) zu unterlassen.
Vertebragene
(= von der Wir belsäule ausgehende) Schm erzen können auf die Schädigungsregion (
Bewegung ssegment) beschränkt bleiben und/oder in das Versorgungsgebiet eines irritierten oder geschädigten Nerven (pseudoradikuläres oder radikuläres Syndrom) ausstrahlen.
Diffuse, in die Peripherie
(= in den äußeren Körperbereich) projizierte Schme rzen ohne faßbare Nervenstörung, begleitet von Krankheitszeichen, die dem vegetativen, unwillkürlichen Nervensystem zuzuordnen sind (z.B. örtlich vermehrte Schweißbildung), sprechen für die Funktionsstörung des Grenzstranges (= vegetative Nervenstrukturen beiderseits der Wirbelsäule) (Syndrom des sympathischen Grenzstranges, Thoden 1989).

Vertebragene (= wirbelsäulenbedingter) Ursachen für ein (chronisches) Syndrom der Lendenwirbelsäule:

Degenerative Veränderungen (= durch Abnutzung hervorgerufen)
- Bandscheibenschäden (Bandscheibenvorwölbung, Bandscheibenvorfall)
- ligamentäre Insuffizienz
(= Funktionsstörung von Haltebändern)
- Störung der gelenkigen Wirbelverbindungen
- knöcherne Veränderungen (Randzacken,
Knochen wulste usw.)
Mißbildungen
- angeborene (z.B. Spina bifida, Blockwirbel, Keilwirbel)
- Wachstumsstörung (z.B. Skoliose, Morbus Scheuermann)
Entzündliche Erkrankungen
- Rheumatischer Formenkreis (z.B. Polymyalgia, Morbus Bechterew)
- Infektionserkrankungen (Spondylitis z.B. durch Tbc, Staphylokokken)
Generalisierte Skeletterkrankungen
- (z.B. Osteoporose, Osteomalazie)
Tumoren der Wir belsäule
- Primärtumoren (hauptsächlich Plasmozytom)
- Metastasen
Traumen
(= Verletzungen) (z. B. Frakturen)
Defekte, nicht verletzungsbedingte (z.B. Spondylolyse, Spondylolisthesis)

Die Lendenwirbelsäule ist großen statisch-dynamischen Belastungen ausgesetzt, weshalb hauptsächlich dieser Wirbelsäule nabschnitt von Schmerzsyndrome n betroffen ist.
Als Schme
rz ursache stehen wie bei der Halswirbelsäule übermäßige degenerative (= abnutzungsbedingte) Veränderungen im Vordergrund, wobei der Bandscheibe eine Schlüsselrolle zufällt. Der Wassergehalt des Gallertkernes der Ba ndscheibe nimmt im Laufe der Zeit ab und damit die Elastizität, wodurch die Beweglichkeit beeinträchtigt wird. Der Faserring verliert allmählich seine Haltefunktion, wird rissig und teilweise für die Gallertmasse durchlässig. Bereits in dieser Phase sind Bandscheibenvorfälle möglich. Das Bewegung ssegment wird durch diese Bandscheibenveränderungen nunmehr instabil, wodurch die Funktionsbewegungen beeinträchtigt werden. Die Wirbelkörper können sich dann gegeneinander verschieben, worunter die kleinen Wir bel gelenke besonders leiden und schließlich mit t arthrotischen (= krankhaften) Veränderungen reagieren (Spondylarthrosen).
Mit zunehmender Bandscheibendegeneration
(= Bandscheibenabnutzung) nähern sich die Wirbelkörper einander und reagieren mit Randzackenbildung (Spondylose) und Sklerosierung (= krankhafte Verhärtung) der Deckplatten (Osteochondrose). Allmählich kommt es zu einer Versteifung, die an sich der Entstehung von Rückenschmerzen entgegen wirkt ("wohltuende Versteifung im Alter"). Jede Phase dieser fortschreitenden Degeneration kann im Bewegungssegment Rückenschmerzen verursachen, die auch mit pseudoradikulärer oder gar radikulärer Symptomatik (= Krankheitszeichen die auf eine scheinbar oder tatsächlich geschädigte Nervenwurzel zurückzuführen sind) einhergehen können. Verschleißprozesse, die über die normale, altersentsprechende Abnutzung hinausgehen, können auch zu einer Verengung des Spinalkanals (Spinalkanalstenose) führen und in den betroffenen Segmenten Rückenschmerzen hervorrufen, bei entsprechendem Ausmaß treten weitere Beschwerden hinzu ((pseudoradikuläre, radikuläre Ausstrahlungen in die Beine, Claudicatio spinalis (= Funktionsbeeinträchtigung der Beine aufgrund einer Durchblutungsstörung im Rückenmark)).
Die kleinen Wir
bel gelenke, die wegen ihrer dachziegelartigen Anordnung auch Facettengelenke genannt werden, können auch isoliert, also unabhängig vom Einfluß der Bandscheibendegeneration arthrotische Veränderungen erfahren und dann ebenfalls schme rzhafte Blockierungen des Bewegungssegmentes hervorrufen.
Auch im Bereich der Foramina intervertebralia
(= Zwischenwirbellöcher) können isolierte Störungen auftreten, die die zugehörigen Nervenwurzel n irritieren oder gar schädigen und dann zu Rückenschmerzen führen.
Ein Bandscheibenprolaps
(= Bandscheibenvorfall) erfolgt meist dorsolateral (= seitlich und nach hinten) und kann schon bei geringem Ausmaß das Bewegungssegment blockieren. In der dorsolateralen (= hinteren und seitlichen) Region kann aber auch die Nerv enwurzel direkt tangiert bzw. eingeklemmt werden und ausstrahlende Krankheitszeichen bewirken. 90% aller Bandscheibenvorfälle finden in den Etagen L4/L5 und L5/S1 statt (Sehhati-Chafei 1988). Diese bevorzugte Lokalisation führt dazu, daß häufig die Diagnose "Lumboischialgie" gestellt wird, da die oberen Anteile des Plexus ischiadicus (= Nerven geflecht aus dem der Ischias nerv entstammt) bzw. Plexus sacralis (= Nerven geflecht im Bereich des Kreuzbein s) den Nervenwurzel n L4 und L5 entstammen.

Patienten mit Schme rzen nach Bandscheibenoperationen sind bezüglich einer Schmerzbehandlung sehr problematisch. Erfahrungsgemäß nimmt die Problematik mit jeder weiteren Operation sogar noch zu. Der oben beschriebene typische Ablauf des Abnutzungsprozesses macht deutlich, daß auch mit einer Bandscheibenoperation die eigentliche Schme rzursache ja nicht behoben werden kann, im Gegenteil, es besteht sogar die Gefahr, daß der degenerative Prozeß noch beschleunigt wird. Mit jeder Operation nimmt die Tendenz zur Instabilität zu, abgesehen von den zusätzlichen iatrogenen (= durch die Operation verursachten) Gewebsschädigungen.
Dazu paßt sehr deutlich folgende Erkenntnis: Daß eine Bandscheibenoperation längerfristig gesundheitliche Vorteile bringt, ist nach einer neueren Analyse von 1200 Publikationen nicht belegt. Quelle: http://idw-online.de/pages/de/news232256.
Nicht selten sehen wir Patienten, bei denen nach mehrfachen Bandscheibenoperationen wegen Instabilität eine Spondylodese
(= operative Wirbelsäulenversteifung) durchgeführt werden mußte. Leider ist auch nach einer solchen, teilweisen Wirbelversteifung ein Großteil der Patienten nicht beschwerdefrei. Es ist daher zu begrüßen, daß die Indikation (= Anzeige) zur Bandscheibenoperation in den letzten Jahren immer mehr eingeschränkt worden ist. Als Grund für eine Operation ist das Krankheitszeichen "Schme rz" in den Hintergrund getreten. Als relative Indikation (= Anzeige) gelten allenfalls unerträgliche, therapieresistente (= nichts hilft) Rückenschmerz en.
Beim sog. Cauda-Syndrom
(= Rückenmarkschädigung mit Lähmung der Beine), ebenso bei motorischen Defiziten (= Beeinträchtigungen der Muskelfunktion), die unter konservativer Therapie (= Behandlung ohne Operation) bestehen bleiben oder gar zunehmen, muß operiert werden, um eine Entlastung herbeizuführen.
Segmentale Rückenschmerz en mit und ohne Schme
rzausstrahlungen, können auch von den Muskeln neben der Wirbelsäule selbst und/oder den zugehörigen Sehnen ausgehen (myofasziales Schmerzsyndrom). Über den segmentalen Reflexbogen kann auch die benachbarte Seite mit einbezogen werden, so daß das Bild eines vertebragenen (= von der Wir belsäule ausgehenden) Rückenschmerz es vorgetäuscht wird.
Häufig haben Rückenschmerz
en auch ihren Ursprung in den Iliosakralgelenken (= gelenk artige Verbindung zwischen Darm - und Kreuzbein) (die sog. Iliosakralgie). Meist liegen funktionelle Störungen vor, die betroffenen Patienten klagen besonders bei Rumpfbeugung, verbunden mit Drehung, über Schme rzen im lumbosakralen Übergangsbereich (= unterer Lendenwirbelsäule n- und oberer Kreuzbeinbereich), aber auch typischerweise über Schme rzen im Bereich der Spina iliaca posterior superior (= hinterer oberer Darmbeinstachel) mit unspezifischen Ausstrahlungen in die Beine (Gesäß, hinterer und seitlicher Oberschenkel bis zur Wade und evtl. Ferse).
Neurologische Ausfälle
(= Nervenstörungen) bestehen nicht. Häufiger kommen diese Patienten mit der (falschen) Diagnose „Ischiolumbalgie“.

Grobe Hinweise auf die Art der Schädigung liefern die Abfrage der Vorgeschichte und Beschwerdebild.
Wird ein LWS-Syndrom bei Beanspruchung der W
ir belsäule verstärkt oder ausgelöst, so sind die Bewegungssegmente beteiligt. Schme rzen, die von der Wirbelsäulenfunktion unabhängig sind, sprechen mehr für Störungen im Bereich der Wirbelkörper.
Rückenschmerzen, die von Muskeln und deren Bindegewebsumhüllung ausgehen (sog. muskuloskelettaler oder myofaszialer Ursprung) werden durch Wirbelsäulenbelastungen und -bewegungen ebenfalls verstärkt, unterliegen aber häufig klimatischen Einflüssen, d.h., sie treten in der kälteren Jahreszeit bevorzugt auf. Oft berichten die Patienten, sie hätten sich "verkühlt".
Ein akut auftretendes LWS-Syndrom ist häufig bandscheibenbedingt, kann aber auch durch eine akute Segmentblockierung (hpts. kleine W
ir belgelenke) ausgelöst werden.
Akute Schme
rzen, die mit einer monoradikulären Symptomatik (= Krankheitszeichen 1 Ner venwurzel betreffend) einhergehen, sind sichere Anzeichen eines Bandscheibenvorfall s, gleiches gilt für akute Schme rzen im Zusammenhang mit einem Cauda-Syndrom (= Rückenmarkschädigung mit Lähmung der Beine).
Rückenschmerzen beim Husten und Pressen sind typisch für Nervenwurzelkompressionen, z.B. infolge einer Bandscheibenprotrusion oder gar eines Bandscheibenprolaps (= Bandscheibenvorwölbung oder gar Bandscheibenvorfall).
Rückenschmerz
en, die bei Erschütterung auftreten, können von einer Spondylitis (= En tzündung an der Wir belsäule) verursacht werden.
R
ück ensch merzen, die bevorzugt nachts und morgens auftreten, weisen auf eine generalisierte (= allgemeine) Wirbelsäulenerkrankung hin, z.B. Morbus Bechterew oder Osteoporose. Auch auf den Ort der Schädigung lassen sich bereits aus dem Beschwerdebild Rückschlüsse ziehen.
Schme
rzen und Störungen der (Berührungs-) Empfindlichkeit im Bereich ober- und unterhalb des Leistenbandes weisen auf die Ner venwurzeln L1 (= 1. Segment der Lendenwirbelsäule) und L2 hin. Die L3-Wurzel macht sich am vorderen inneren Oberschenkel bemerkbar.
Die Meralgia paraesthetica
(= Schmerzstörung im Bereich des Nervus cutaneus femoris lateralis, rumpfnahe an der Außenseite des Oberschenkels) ist dagegen eine periphere (= mehr oberflächliche) Nervenstörung.
Schme
rzen und Störungen der (Berührung s-) Empfindlichkeit vom vorderen inneren Oberschenkel bis zur Schienbein vorderfläche reichend, betreffen die Wurzel L4.
Beschwerden, die von der Außenfläche des Oberschenkels über den äußeren seitlichen Unterschenkel zum Fußrücken und zur Großzehe ziehen, sind L5 zugeordnet, während die S1-Wurzel
(= 1. Ner venwurzel im Kr euzbeinbereich) für den hinteren Oberschen kel, hinteren seitlichen Unterschenkel, seitlichen Fußrand und die Zehen 3-5 verantwortlich ist.

Medikamentöse Schmerztherapie bei einem Syndrom der LWS:
Akut
(= plötzlich einsetzend, heftig) und subakut (= eher schleichend verlaufend) können zunächst (vorwiegend) peripher wirkende Analgetika (= Schmerzmittel, die am Ort der Schmerzentstehung wirken) eingesetzt werden, insbesondere sog. nicht steroidale Antirheumatika (= Rheuma mittel), aus dieser Gruppe möglichst lang wirkende und magen schonende wie z.B. Meloxicam. Besonders magenschonend und auch entzündungshemmend sind die sog. COX-2 Inhibitoren, z.B. Parecoxib oder Etoricoxib, allerdings scheint diese Stoffgruppe mit einem Herz-/Kreislauf-Risiko verbunden zu sein, zumindest bei längerer Therapiedauer. Es bleibt abzuwarten, ob Parecoxib und Etoricoxib nicht auch noch vom Markt genommen werden, wie schon andere Mittel dieser Stoffgruppe zuvor.
Bei stärkeren schmerzhaften Muskelverspannungen können darüber hinaus auch Muskel
relaxanzien (= Mittel zur Entspannung von Muskeln) (z.B. Orphenadrin, Tolperison) verordnet werden.
Manchmal ist aber auch ein Syndrom der LWS nur mit zentral wirkenden Analgetika
(= im Gehirn bzw. Rückenmark wirkende Schmerzmittel) (z.B. Tramadol, Tilidin, bzw. Tilidin mit Naloxon oder auch Morphin) beherrschbar.
Grundsätzlich sollte aber auch bei R
ück enschmerzen eine längerfristige Sch merzmittelverordnung wegen der Gefahr der Gewöhnung oder gar Sch merzmittelabhängigkeit vermieden werden. Die Kombination mit sch merzdistanzierenden Antidepressiva (= Mittel gegen Depression, u.a. aber auch beim LWS-Syndrom hilfreich) (z.B. Doxepin, Maprotilin) hilft in vielen Fällen Schme rzmittel einzusparen.

Therapeutische Lokalanästhesie (= Behandlung mit einem örtlichen Betäubungsmittel):
Bei anhaltenden Schme
rzen sollten rechtzeitig alternative Methoden eingesetzt werden. Eine sehr wirksame Alternative, ohne jedes Gewöhnungs- oder Suchtpotential, ist die therapeutische Lokalanästhesie mit einem lang wirkenden örtlichen Betäubungsmittel (z.B. Bupivacain) in Form von örtlichen Betäubungen und Nervenblockaden.

Infiltrative Lokalanästhesie (= Infiltration mit einem örtlichen Betäubungsmittel):

Der Beweis für ein "Facettensyndrom" (= Schmerzstörung im Bereich der kleinen Wir belgelenke) als Schme rzursache, ist letztlich nur durch den Erfolg einer probatorischen (= zur Sicherung der Diagnose durchgeführten) Facet ten-Betäubung zu erbringen. Langzeiterfolge durch Thermokoagulation (= Verkochung / Zerstörung mit Hochfrequenzstrom) der Facet ten sind beim LWS-Syndrom nicht gesichert.

Periphere temporäre (= oberflächliche, zeitlich begrenzte) Nerv en- und rückenmarknahe Blockaden:

Statt mit einem örtlichen Betäubungsmittel können die aufgeführten, rückenmarknahen Blockaden auch mit einer verdünnten Morphin-Lösung durchgeführt werden, allerdings ist dabei die oft zu beobachtende, über die Behandlungszeit hinaus anhaltende Wirkung deutlich weniger ausgeprägt. Bei sehr schweren und sonst kaum behandelbaren Rück enschme rzen kann zur Durchführung rückenmarknaher Blockaden auch eine kleine Schme rzpumpe unter die Haut gepflanzt werden. Das Arzneimittelreservoir der Pumpe wird dann in bestimmten Zeitabständen durch die Haut hindurch mit Hilfe einer Spritze wieder aufgefüllt.

* Bei der sog. kontinuierlichen Blockade mit Katheter wird vorübergehend (z.B. 10-14 Tage lang) ein dünner Kunststoffschlauch dicht an Nervengeflechte bzw. den betroffenen Nerv en eingepflanzt. Die Einpflanzung erfolgt durch eine handelsübliche Kanüle hindurch, es muß also nicht „aufgeschnitten“ werden. In der Folge wird über diesen Katheter mehrmals täglich, jeweils nach Abklingen der vorangegangenen Dosis, das örtliche Betäubungsmittel völlig schme rzlos nachgespritzt. In bestimmten Fällen kann zur Verabreichung des örtlichen Betäubungsmittel durch den Katheter hindurch auch eine kleine Pumpe angeschlossen werden. Das Lokalanästhetikum (= örtliches Betäubungsmittel) wird bei dieser Behandlung so dosiert, dass die grobe Kraft erhalten bleibt (bei gleichzeitiger Hemmung der Schme rzreizleitung), damit begleitend krankengymnastische Übungsbehandlungen möglich bleiben. Dass die sch merzlindernde Wirkung i.d.R. über die eigentliche Behandlungszeit hinaus anhält, ist u.a. darauf zurückzuführen, dass bei dieser Blockadebehandlung auch die sog. vegetativen Nerven betroffen sind, woraus eine sehr deutliche Durchblutungssteigerung resultiert (Sympathikolyse). Dies ist der Grund, warum diese Behandlungsmethode besonders bei Sch merzen, die durch entzündliche, oder auch degenerative (= abnutzungsbedingte) Prozesse entstanden sind, hilfreich ist. Eine gute Durchblutung optimiert auch den Stoffwechsel eines gestörten oder geschädigten Nervs. Nach neueren Erkenntnissen vermag eine solche, intensive, längerfristige Blockadebehandlung auch das sog. Schme rz gedächtnis zu löschen.

Physikalische Therapie beim Syndrom der Lendenwirbelsäule:
Auch eine Elektrostimulation kann eine Beschwerdelinderung herbeiführen. Die transkutane Nervenstimulation mit Niederfrequenzgenerator über Klebeelektroden (TENS) hat den Vorteil, daß sich die Patienten bei Bedarf selbst behandeln können. Die Elektroden werden paarig neben der W
ir belsäule im Schme rzbereich aufgeklebt. Durch Veränderung der Stimulationsfrequenz und der Elektrodengröße kann die Wirkung optimiert werden. Auch eine sog. Hochtontherapie kann sehr hilfreich sein.

Die elektrische epidurale Rückenmarksstimulation erfordert eine strenge Patientenauswahl.

Eine weitere physikalische Behandlungsmöglichkeit ist die oberflächliche Kältetherapie im Schme rzbereich. Wir verwenden einen elektrischen Kaltluftgenerator, dessen Luftstrom auf ca. -10 bis -15 Grad C abgekühlt ist.
Manche Patienten mit einem LWS-Syndrom (gilt auch für andere R
ück enschme rzen) empfinden allerdings lokale Wärmeapplikationen (Rotlicht) als besser wirksam. Warme Bäder können ebenfalls Rück enschme rzen lindern.
Die Verordnung von Massagen ist auch beim Syndrom der LWS nicht sinnvoll. Für den Patient mag diese Behandlung zwar angenehm sein, aber unter schme
rztherapeutischem Aspekt bringt sie nichts und führt nur zu unnötigen Kosten.
Nahezu unverzichtbar ist aber beim  Syndrom der Lendenwirbelsäule die heilgymnastische Therapie, da meist nur diese geeignet ist, einen ärztlichen Behandlungserfolg zu sichern und längerfristig zu stabilisieren. Dabei gilt es, die Muskeln neben der W
ir belsäule zu trainieren, da auf Dauer nur eine kräftige/suffiziente Mus kulatur eine statische und dynamische Schwäche des Achsenorgans kompensieren kann.
Besonders bei akuten Blockierungen hat die manuelle Therapie (Chirotherapie) bei der Anzeige „LWS-Syndrom“ durchaus gute Erfolge aufzuweisen. Bei schme
rzhaften degenerativen (= durch Abnutzung hervorgerufenen) Veränderungen der Wir belsäule wird auch eine Röntgenbestrahlung empfohlen (Thomalske 1991). Eine Magnetfeldtherapie (pulsierende Signaltherapie) kann ebenfalls hilfreich sein.

Andere Therapiemaßnahmen beim Syndrom der LWS:
Der Vollständigkeit halber darf die Akupunktur zur Behandlung nicht unerwähnt bleiben.
Wichtig sind individuelle Instruktionen zur richtigen Haltung und Vermeidung von übermäßigen Wirbelsäulenbelastungen (funktionelle Ergotherapie bzw. Rückenschule). Darüber hinaus ist anzustreben, daß die betroffenen Patienten Übungen zur Lockerung der M
us kulatur erlernen. Die Verordnung von Hilfsmitteln wie z.B. stabilisierende Korsette sollten dem Orthopäden vorbehalten sein.

Besteht ein chronisches LWS-Syndrom längerfristig, so ist davon auszugehen, daß bereits ein Chronifizierungsgrad II oder III (Mainzer Stadieneinteilung) vorliegt. In diesen Fällen ist eine rein somatische (= körperliche) Behandlung kaum mehr ausreichend, sondern es müssen im Rahmen der speziellen Schmerzpsychotherapie zusätzlich psychologisch /psychotherapeutische Interventionen erfolgen, was aber ambulant kaum möglich ist, weil es nur ganz wenige niedergelassene Psychologen gibt, die eine solche Weiterbildung absolviert haben.

Das Bundesministerium für Gesundheit teilt auf der Web-Seite der Bundesregierung mit, dass alle Versicherte (also auch ältere Patienten) einer gesetzlichen Krankenkasse einen Rechtsanspruch auf eine Rehabilitation haben und sich ihre REHA-Klink sogar selbst aussuchen dürfen. Lesen Sie dazu auch einen Brief des Bundesgesundheitsministeriums an die Sozialministerien der Länder als Aufsichtsbehörde der gesetzlichen Krankenkassen. Dieses Wahlrecht wurde mittlerweile auch durch Urteile von Landessozialgerichten bestätigt: Baden-Württemberg (Az: L 4 KR 2071/05 und Hessen ((Az.: L 1 KR 2/05: Gewährt eine Krankenkasse einem Versicherten einen Aufenthalt in einer Reha-Klinik, so ist sie dazu verpflichtet, die Wünsche des Versicherten in Bezug auf die Einrichtung zu berücksichtigen (eine Revision gegen diese Entscheidung ließ das Gericht gar nicht erst zu)). Das Wahlrecht (gilt auch für Anschlußheilbehandlungen) betrifft nach §9 Sozialgesetzbuch IX nicht nur Mitglieder der gesetzlichen Krankenkassen, sondern alle gesetzliche Rehabilitationsträger, also auch Rentenversicherungen oder Unfallversicherungen. Die deutsche Gesellschaft für medizinische Rehabilitation hat dazu eine informative Broschüre herausgegeben: hier klicken.


Die Klinik im Film - Zu einem 3-min. Fernsehbeitrag über Schmerzbehandlungen gelangen Sie hier (einfach anklicken).

Wenn Sie eine genaue Anfahrtsbeschreibung ab Ihrem Wohnort wünschen, klicken sie hier.

Haftungshinweis:
Für die gemachten Angaben wird keine Gewähr übernommen; im Einzelfall ist immer ein Arzt zu konsultieren! Trotz sorgfältiger inhaltlicher Kontrolle übernehmen wir auch keine Haftung für die Inhalte externer Links. Für den Inhalt der verlinkten Seiten sind ausschließlich deren Betreiber verantwortlich.

- Für Sie waren wir sehr fleißig -

Zu weiteren (fast allen) Schmerzthemen gelangen Sie hier: www.schmerzklinik-1a.de/schmerzthemen (einfach nur anklicken)

-----------------

http://www.lws-syndrom.de <strong>Syndrom der Lendenwirbelsäule</strong> <strong>Syndrom der LWS</strong> http://www.lws-syndrom.de/ischiasschmerz

Webkatalog - zum Finden